Mit dem Projekt „Other Histories“ beschäftigte sich das Freiburger Ensemble sowohl mit seinem Repertoire und seinem Archiv als auch mit der Frage, inwiefern die eigene Ensemblepraxis eurozentristische Musikgeschichtsschreibung macht. Friedemann Dupelius war an dem Projekt beteiligt und gibt Hintergründe zu dieser selbst gestellten, überaus komplexen Aufgabe für ein Musikprojekt.
Clemens K. Thomas geht in seinem vielschichtigen Beitrag der Frage auf den Grund, wie ein cutes Narrativ dabei helfen kann, die Brände dieser Welt zu löschen: Von niedlichem Hören über auditives Kindchenschema bis hin zu falscher Behaglichkeit entlarvt er spielerisch ein süßes (?) kulturelles Phänomen unserer Zeit.
Eine unprätentiöse Ausbildungspraxis, offene Kommunikation, vor allem aber die Liebe zu großen instrumentalen Klangkörpern und komplexen Kompositionen prägen ihre Arbeit: Susanne Blumenthal hat einen starken Fokus auf dem Dirigieren zeitgenössischer Musik.
In seinem Vortrag von Oktober 2009 geht Stefan Fricke den Ursprüngen eines der wichtigsten internationalen Festivals für Neue Musik nach. Dabei zeigt er die kulturellen und ästhetischen Zustände im Nachkriegsdeutschland, in denen Wolfgang Steinecke 1946 die Ferienkurse aus der Taufe hob.
In Heft 5 der MusikTexte (Juli 1984) wurden eine „kleinere Zahl europäischer Komponisten und eine noch kleinere Zahl von Musikologen“ auf ihre Positionierung zu den Ferienkursen hin befragt. In den 25 Antworten ging es unter anderem darum, ob es je eine „Darmstädter Schule“ gegeben habe und, wenn ja, in welcher Ausprägung.
Unser Autor sortiert die mannigfachen Eindrücke aus Darmstadt. In seiner kritischen Bewertung kommt er insbesondere auf die unterschiedlichen Spielarten politischer Kunst und ihre Fettnäpfchen zu sprechen.